Testbibliothek · Verfahren

PCL-5 online
durchführen und auswerten.

Die PCL-5 (PTSD Checklist for DSM-5) erfasst mit 20 Fragen die Belastung durch die DSM-5-Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung im letzten Monat. In Nostiq weisen Sie sie digital zu, die Auswertung erfolgt automatisch, und der Verlauf zeigt, ob sich unter Behandlung etwas bewegt.

Fachlich geprüft von Manuel Ludescher, BA MMSc · aktualisiert August 2026

Setzt eine geklärte Traumaexposition voraus — und ersetzt kein Interview. Die validierte deutsche Fassung enthält keinen Abschnitt zum belastenden Ereignis; in der Validierungsstudie wurde die Exposition getrennt erhoben. Aus einem PCL-5-Wert allein lässt sich also nicht ableiten, ob ein Trauma vorliegt. Screening- und Verlaufsinstrument, keine Diagnose: Die klinische Beurteilung trifft die behandelnde Fachperson.

Die 20 DSM-5-Symptome, wie sie erlebt werden.

Die PCL-5 bildet die vier DSM-5-Symptomgruppen einer PTBS ab: Wiedererleben, Vermeidung, negative Veränderungen von Kognitionen und Stimmung sowie erhöhte Erregung. Gefragt wird nicht nach dem Ereignis, sondern danach, wie stark die einzelnen Beschwerden im letzten Monat belastet haben.

Die deutsche Fassung ist gut abgesichert: In der Validierung korrelierte sie mit r = .77 mit dem klinischen Interview CAPS-5 und erreichte eine interne Konsistenz von α = .95 — Werte, wie sie in dieser Höhe selten sind.

Erwachsene mit bekannter Traumaexposition.

Für Erwachsene, als Selbstauskunft. Sie ist ein indikationsbezogenes Modul, kein universeller Routinebogen: sinnvoll, wenn eine relevante Traumaexposition fachlich geklärt ist, nicht als Standardfrage an alle. Die deutsche Validierung rekrutierte überwiegend Behandlungssuchende in fünf spezialisierten Traumazentren.

20 Items, fünfstufig, 0–80.

20 Items auf einer fünfstufigen Belastungsskala von „überhaupt nicht" (0) bis „sehr stark" (4), bezogen auf den letzten Monat. Der Summenwert reicht von 0 bis 80; die Bearbeitung dauert 5 bis 10 Minuten. Nostiq liefert ausschließlich die validierte deutsche Monatsfassung aus — die englische Wochenversion ist keine deutsche Fassung, und ein wöchentlicher Rhythmus würde überlappende Erinnerungsfenster erzeugen.

Eine Screening-Schwelle — und ausdrücklich keine Schweregrade.

Für die PCL-5 gibt es keine publizierten Schweregradbänder. Was es gibt, sind Schwellen für eine wahrscheinliche PTBS — und die hängen davon ab, wozu gescreent wird. Nostiq zeigt deshalb bewusst keine Ampelzonen, sondern den Rohwert im Verlauf mit einer einzelnen, beschrifteten Referenzlinie bei 34.

Warum keine Farbzonen? Eine Einteilung in „leicht / mittel / schwer" gibt es für die PCL-5 nicht. Sie zu erfinden, damit die Anzeige bunter wird, hieße eine Genauigkeit zu behaupten, die die Forschungslage nicht hergibt. Die Linie bei 34 stammt aus einer deutschen Reanalyse von 2025 (Sensitivität .89, Spezifität .65, n = 443) und ist als Orientierung fürs klinische Screening gedacht — nicht als Diagnoseschwelle. In einer Praxis mit niedrigerer PTBS-Prävalenz als in spezialisierten Traumazentren verschiebt sich ihr Vorhersagewert; Nostiq schreibt Zweck und Herkunftsstichprobe deshalb direkt an die Linie.

Veränderung mit einer belastbaren Schwelle.

Hier liegt der eigentliche Nutzen. Nostiq ordnet Veränderung über die kritische Differenz ein, statt nur eine Punktdifferenz zu zeigen — und stützt sie bei der PCL-5 auf die Test-Retest-Reliabilität über drei Wochen (rtt = .91), also auf zeitliche Stabilität statt auf interne Konsistenz.

Das ist der ehrlichere und der strengere Weg: Die Schwelle liegt dadurch spürbar höher, als sie über die bequemere Rechnung läge. Nostiq weist eine Veränderung erst dann als statistisch gesichert aus, wenn sie deutlich ist — eine kleinere Bewegung kann klinisch trotzdem bedeutsam sein, sie ist nur nicht sicher vom Messfehler zu unterscheiden.

Riskantes oder selbstschädigendes Verhalten.

Die PCL-5 enthält keine Frage zu Suizidalität. Ein Item erfasst jedoch riskantes oder potenziell selbstschädigendes Verhalten (DSM-5-Kriterium E2). Nostiq markiert dieses Item ab einer festgelegten Antwortstufe für die Sichtung durch die Fachperson — datenbasiert, ohne Bewertung. Die klinische Einordnung bleibt bei der behandelnden Person; eine automatische Benachrichtigung gibt es nicht.

Trauma ist nicht Trauer.

Beide Verfahren betreffen Reaktionen auf ein belastendes Ereignis, messen aber verschiedene Dinge. Die PCL-5 erfasst PTBS-Symptomatik nach DSM-5. Der ICG-D erfasst komplizierte Trauer nach einem Verlust — ein eigenständiges Konstrukt, das mit Depressions- und Angstmaßen nur schwach zusammenhängt. Ein Verlust kann traumatisch sein, muss es aber nicht, und anhaltende Trauer ist keine PTBS.

Deutsche Validierung an fünf Traumazentren.

Interne Konsistenz α = .95, Test-Retest-Reliabilität rtt = .91 über drei Wochen, Konvergenz mit dem CAPS-5-Interview r = .77, diagnostische Genauigkeit AUC = .85 (95 %-KI .81–.90). Erhoben an einer deutschen klinischen Stichprobe (n = 341).

Eine Bevölkerungsnorm für die klinisch relevante Gruppe liegt nicht vor. Nostiq zeigt für die PCL-5 deshalb keine Prozentrang- oder Norm-Position an — eine Vergleichsbasis, die es so nicht gibt, wird nicht vorgetäuscht.

Zuweisen, auswerten, im Verlauf sehen.

  • Zuweisen — Sie senden die PCL-5 per Link an Ihre:n Klient:in, ausfüllbar auf jedem Endgerät im Browser.
  • Automatisch auswerten — Summenwert sofort, mit Referenzlinie statt erfundener Schweregrade.
  • Im Verlauf sehen — jede Erhebung reiht sich in die Verlaufsdarstellung ein, mit kritischer Differenz auf Retest-Basis.
  • Als PDF dokumentieren — Befundübersicht für die Akte, mit Zweck- und Stichprobenangabe zur Schwelle.
  • Deutsche Fassung unter CC BY 4.0 — keine Kosten pro Abnahme, im Nostiq-Beitrag enthalten.
  • Datenschutzorientiert, EU-Hosting, Pseudonymisierung — keine Klarnamen am Server.

Original und deutsche Validierung.

Weathers FW, Litz BT, Keane TM, Palmieri PA, Marx BP, Schnurr PP (2013). The PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5). National Center for PTSD. Das englische Original ist Public Domain.

Krüger-Gottschalk A, Knaevelsrud C, Rau H, Dyer A, Schäfer I, Schellong J, Ehring T (2017). The German version of the Posttraumatic Stress Disorder Checklist for DSM-5 (PCL-5): psychometric properties and diagnostic utility. BMC Psychiatry 17:379. doi.org/10.1186/s12888-017-1541-6 — die deutsche Fassung ist Additional file 1 dieses Artikels und steht unter CC BY 4.0.

Pettrich L et al. (2025). Beyond one-cutoff-fits-all. European Journal of Psychotraumatology. Quelle der verwendeten Screening-Schwelle 34.

PCL-5 jetzt in Ihrer Praxis nutzen.

Die PCL-5 setzen Sie in Nostiq per Link oder direkt in der Sitzung ein — zuweisen, automatisch auswerten und über die Zeit im Verlauf sehen. Pseudonym und auf Servern in der EU. Die App ist noch in Entwicklung; Sie können sich unverbindlich vormerken lassen. Zum Start beginnt jedes Konto mit 14 Tagen kostenlos — ohne Kreditkarte.

Weitere Verfahren: der ICG-D für komplizierte Trauer, der PHQ-9 zur Erfassung depressiver Symptomatik oder der GAD-7 zur Erfassung von Angstsymptomatik. Grundlagen der Verlaufsmessung: Routine Outcome Monitoring.